Naintsch - vlg. "Listhofer"

Naintsch - vlg. "Listhofer"

Haus Nr. 103 (Pretterhof), vulgo Listhofer. EZ 97, BP 56, Hft. Herberstein, Am Naintsch, Urb.-Nr. 42

Besitzer:
  • 1453 Smid Dietreich
  • 1527 Hanns am Listhoff
  • 1542 Dietrich
  • 1571 Listhofer Georg
  • 1605 Dörler Hanns
  • 1627 Zisler Georg und Regina
  • 1675 Feichtgraber Mörth 
  • 1700 Feichtgraber Georg und Maria
  • 1748 Feichtgraber Mathias und Gertraud geb. Züßler
  • 1778 Feichtgraber Blasius und Maria geb. Egger
  • 1810 Feichtgraber Bartholomäus und Maria
  • 1848 Feichtgraber Peter und Katharina geb. Bergler 
  • 1890 Feichtgraber Peter und Juliana (2. Ehe mit Notburga geb. Hahn)
  • 1919 Faist Alois und Karolina
  • 1929 Murbodener Viehzuchtgenossenschaft Anger
  • 1931 Weidegenossenschaft Oberfeistritz bei Anger
  • 1983 von der Pfarre Maria Trost gepachtet und dient als Ferienlager.
Im ehemaligen Wirtschaftsgebäude seit 1983 Jugendheim. Als erster Besitzer des Hofes findet sich im Jahre 1453 Dietreich Smid.
Zum Anwesen gehörten noch zwei der Herrschaft Waxenegg dienstbare Zulehen, eines genannt im Lukchlein (später: Lieglein) une eine Mühle.
Dietreich war herrschaftlicher Amtmann. 1527 und 1540 wird ein Hanns am Listhoff als Besitzer genannt. 
1542 wurde sein Hof samt dreier Zulehen auf 50 Pfund Pfennige geschätzt; im Stall standen 1 Pferd, 6 Ochsen, 2 Stiere, 6 Kühe, 4 Kälber, 
8 Schweine und 20 Frischlinge. Um 1556 wird ein Dietrich verzeichnet, der auch von der sogenannten Rockhenmil zinste. 1571 wird ein 
Georg Listhofer erwähnt, 1605 Hanns Dörler, 1627 und 1631 Georg und Regina Zisler am Listhof. Um 1675 war Mörth Feichtgraber im Besitze
der Liegenschaft. Von Georg und Maria Feichtgraber kam die Realität am 4.7.1748 an Mathias Feichtgraber und Gertraud geb. Züßler. 
In zweiter Ehe war Mathias, der im Nebenerwerb Leinwebermeister war, mit Rosalia, geb. Schober, verheiratet.
1778 war der Listhof so stark verschuldet, dass den Gläubigern nach der Inventur nur ein Teil der Schulden ausbezahlt werden konnte. 
An Vieh standen in diesem Jahr im Stall: 3 Paar Ochsen, 5 Kühe, 2 Kuhkälber, 1 Stierkalb, 4 große,  3 kleine Schweine und 22 Schafe. 
Der älteste Sohn Blasius (*1751), verheiratet mit Maria Egger, übernahm 1778 die Wirtschaft und übergab sie am 6.11.1810 an Bartholomäus
und Maria Feichtgraber. 1823 hatte der Grundbesitz ein Ausmaß von rund 85 Joch. Zur Realität gehörten auch eine Hausmühle, eine Haarstube 
und ein Kreuz. Bartholomäus, der die Funktion eines herrschaftlichen Amtmannes ausübte, erwarb 1847 den vulgo Hohlnaintscher (Haus Nr. 105), der durch rund eine Generation in Familienbesitz blieb. 
Ab 16.09.1848 Peter Feichtgraber. Seine Frau Katharina, geb. Bergler, wurde durch Heirat Mitbesitzerin und am 31.1.1855 in das Grundbuch geschrieben. 
1879 gehörten zum Listhofer- und Hohlnaintscher-Realität Grundstücke im Ausmaß von 103 Joch 55 Quadratklaftern. 
Durch Kauf am 28.12.1890 an Peter und Juliana Feichtgraber. Nach dem Tod seiner Frau war Peter Feichtgraber ab 5.1.1909 Alleinbesitzer.
Seine zweite Frau Notburga, geb. Han, wurde am 5. november desselben Jahres Mitbesitzerin. Ab 15.8.1912 war Peter Feichtgraber wieder
Alleinbesitzer und übergab am 10.11.1919 an Alois und Karolina Faist. Durch Ersteigerung werwarb die Murbodner Viehzuchtgenossenschaft
Anger am 7.5.1929 den Listhof. Seit 24.8.1931 Weidegenossenschaft Oberfeistritz bei Anger reg. Genossenschaft m.b.H. (1994: 46,57 ha).
Das heutige Jugendheim ist seit 1983 von der Pfarre Maria Trost gepachtet und dient als Ferienlager.
 
Quelle: Die Geschichte der Gemeinden der Pfarre Anger, Band 2, Seite 705 u. 706.