Klein Arnsdorf (Kreis Mohrungen)

Klein Arnsdorf (Kreis Mohrungen)

Familienereignisse in Klein Arnsdorf:

  • * 07-12-1905 Geburt von Paul Richard Jagusch 

Geographie 

Der Kreis Mohrungen in seinen Grenzen von 1815 war der am westlichsten gelegene Kreis in Ostpreußen. Er lag im Oberland, einer hügeligen waldreichen Landschaft mit Höhenunterschieden bis zu 100 Metern. Weite Teile gehörten zur Eylauer Seenplatte, und mit dem Geserichsee lag der mit 27 Kilometern Ausdehnung längste See Ostpreußens im Kreisgebiet. Der Geserichsee war zugleich Ausgangspunkt des Oberländischen Kanals, der, nach Elbing führend, den Kreis von Süd nach Nord durchzog. Ein weiteres wichtiges Gewässer war der Passarge, der zugleich die Ostgrenze bildete.

In Bezug auf die Anzahl der Seen war der Kreis Mohrungen mit 88 Seen der seenreichste Kreis in der Provinz Ostpreußen. Die gesamte Wasseroberfläche des Kreises betrug 8652,87 Hektar. Die größten Seen (mit jeweils über 200 Hektar Wasserfläche) waren der Geserichsee (2384,27 Hektar im Kreisgebiet), der Nariensee (1096,71 Hektar), der Flachsee (635,81 Hektar), der Röthloffsee (617,73 Hektar), der Ewingsee (525,32 Hektar), der Bärtingsee (363,11 Hektar), der Große Gehlsee (260,42 Hektar im Kreisgebiet) und der Große Rotzungsee (235,47 Hektar); acht weitere Seen hatten eine Wasserfläche von über 100 Hektar.[1]

Seit alters her führte die wichtige Handelsstraße Elbing–Warschau durch das Gebiet des späteren Kreises. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer festen Chaussee ausgebaut. Der Eisenbahnbau erreichte den Kreis 1882 mit dem Abschnitt der Preußischen Staatsbahn MarienburgAllenstein mit einem Bahnhof in Mohrungen. Mit der Strecke Elbing–Osterode wurde 1893 die Stadt Saalfeld an das Bahnnetz angeschlossen. Von Mohrungen aus wurde 1896 eine Strecke nach Wormditt gebaut, die 1902 nach Süden hin bis nach Osterode verlängert wurde. 1860 wurde der Oberländische Kanal eröffnet, der das Kreisgebiet im Westen durchschnitt und bis zum Ersten Weltkrieg eine wichtige Wasserstraße Ostpreußens darstellte.

Im Kreis gab es 83.832 Hektar land- und 24.552 Hektar forstwirtschaftlich genutzte Flächen. In beiden Bereichen waren zusammen 64 Prozent der im Kreis Beschäftigten tätig. Im Jahre 1939 waren 4667 landwirtschaftliche Betriebe registriert. Daneben war die Industrie verhältnismäßig unterentwickelt. Einziger Großbetrieb war die 1937 in Betrieb genommene Spinnerei auf dem Gut Workallen mit etwa 800 Beschäftigten. In Mohrungen verarbeitete ein Sägewerk das in den nahen Forsten geschlagene Holz.

Verwaltungsgeschichte 

Vorgeschichte

Der Landkreis Mohrungen in seinen Grenzen von 1939 lag auf dem Gebiet der von dem Chronisten Peter von Dusburg 1324 beschriebenen historischen Landschaften Pomesanien und Pogesanien. Dieses Gebiet zwischen Weichsel und Passarge war bereits zur Jungsteinzeit (4000 v. Chr.) besiedelt und blieb auch bis zur Neuzeit durchgehend bewohnt. Spätestens in der Römischen Kaiserzeit (1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.) lebten hier bereits germanische Stämme. Als diese während der Völkerwanderung ab dem 6. Jahrhundert nach Westen abzogen, folgten ihnen aus dem baltischen Raum die Prussen. Sie bewohnten das Gebiet, bis sie ab 1231 vom Deutschen Orden wieder nach Osten zurückgedrängt wurden.

Nachdem die eroberten Gebiete des Ordens durch die Übersiedlung des Hochmeisters in die Marienburg 1309 zu einem ordentlichen Staatswesen zusammengeführt worden waren, wurden zur Verwaltung des Landes Komtureieneingerichtet. Der Bereich des späteren Landkreis Mohrungen gehörte im Norden zur Komturei Elbing, der Süden zur Komturei Christburg. Im Schutze der durch den Orden errichteten Burgen wurden in diesen Komtureien Einwanderer vorwiegend aus dem mitteldeutschen Raum (Thüringen und Harz) angesiedelt. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurden die ersten Stadtrechte verliehen. Von den 1939 im Landkreis bestehenden Städten erhielt Saalfeld bereits 1305 das Stadtrecht. Nach der Niederlage des Ordens gegen Polen in der Schlacht von Tannenberg 1410 bis zum Abschluss des Zweiten Thorner Friedens 1466 war das Kreisgebiet unter polnischer Herrschaft.

Als Folge der Reformation wurde 1525 der Deutsche Orden säkularisiert und der Ordensstaat in das Herzogtum Preußen umgewandelt. An die Stelle der Komtureien traten Kreise, der spätere Kreis Mohrungen kam in den Oberländischen Kreis. Von den ebenfalls neu gebildeten Hauptämtern lagen die Ämter Mohrungen und Preußisch Mark auf dem späteren Landkreisgebiet.

Der Kreis Mohrungen von 1752 

Nach der Gründung des Königreichs Preußen wurde das Verwaltungssystem neu geregelt und die einzelnen Landesteile in neue Kreise untergliedert. Für das spätere Ostpreußen trat diese Regelung 1752 in Kraft, und mit ihr wurde der Kreis Mohrungen geschaffen, mit dem Sitz des Landratsamtes in der Stadt Mohrungen. Zu dem damaligen Kreisgebiet gehörten folgende Städte:

Die Verwaltungsreform 1818

Mit der „Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzial-Behörden“ vom 30. April 1815 trat mit Wirkung von 1818 durch die neu gebildeten Kreise Osterode und Preußisch Holland eine territoriale Veränderung des Kreisgebietes ein. Der Kreis Mohrungen wurde dem Regierungsbezirk Königsberg unterstellt, und zum Kreisgebiet gehörten jetzt nur noch die drei Städte Liebstadt, Mohrungen und Saalfeld. Als erster Landrat nahm Carl von Sydow am 1. Februar 1818 seine Amtsgeschäfte in der Kreisstadt Mohrungen auf.

Der neue Kreis umfasste die Kirchspiele Alt ChristburgAltstadt, Arnsdorf, Eckersdorf, Herzogswalde, Jäskendorf, Kahlau, Liebstadt, Liebwalde, Miswalde, Mohrungen, Reichau, Saalfeld, Samrodt, Schnellwalde, Silberbach, Simnau, Sonnenborn und Venedien, Weinsdorf und Wilmsdorf.

Seit dem 3. Dezember 1829 gehörte der Kreis – nach dem Zusammenschluss der bisherigen Provinzen Preußen (nicht: Ostpreußen) und Westpreußen – zur neuen Provinz Preußen mit Sitz in Königsberg.

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Nach der Teilung der Provinz Preußen in die neuen Provinzen Ostpreußen und Westpreußen wurde der Kreis Mohrungen am 1. April 1878 Bestandteil Ostpreußens.

Zum 30. September 1928 fand im Kreis Mohrungen entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der nahezu alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Hatte der Kreis Mohrungen im Jahre 1908 noch 101 Gutsbezirke[2], war es 1945 nur noch einer.

Zum 1. Januar 1939 wurde die offizielle Bezeichnung „Landkreis“ eingeführt und für den Landkreis Mohrungen wurden folgende Zahlen veröffentlicht:

  • Fläche: 1265 km²
  • Einwohner: 55.046 (darunter 51.711 Evangelische, 2665 Katholiken, sechs Juden)
  • 112 Gemeinden, davon mit mehr als 1000 Einwohnern:

Im Januar 1945 hatte die Rote Armee im Verlauf ihrer Winteroffensive die Grenzen des Landkreises erreicht. Die nationalsozialistische Gauleitung des Kreises erließ am 22. Januar einen Evakuierungsbefehl, nach dem die Bevölkerung des westlichen Kreisgebiets in Richtung Elbing und aus dem östlichen Teil über Heilsberg fliehen sollte. Angesichts der schlechten Straßenverhältnisse und dem schnellen Vorrücken der feindlichen Truppen endete die Flucht jedoch im Chaos. Ende Januar 1945 war der gesamte Landkreis von der Roten Armee eingenommen.

Nach der Eingliederung in den polnischen Staat hat dieser den Powiat Morąski geschaffen, der die Grenzen und den Kreissitz des Landkreises Mohrungen übernahm, mit diesem aber nicht subjektidentisch war. Heute liegt das Kreisgebiet im Nordwesten der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Der Ostteil des ehemaligen Landkreises gehört zum Powiat Ostródzki, der Westen zum Powiat Iławski.

GOV-Kennung ARNORFJO93UW
Name
Typ
  • Ort
w-Nummer
  • 50137
Karte
   

TK25: 2084

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Mohrungen, Powiat morąski (- 1945) ( Landkreis ) Quelle Ort 22.46

Osterode (PL), Powiat ostródzki (1945) ( Landkreis ) Quell